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Projektpatenschaft Andy Wimmer Kalkutta

Land: Indien | Region: Kalkutta

Geben Sie den behinderten Schützlingen im Projket Andy Wimmer eine Zukunftsperspektive.

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Projektpatenschaften

Aktuell 34 Patenschaften

Partner vor Ort

Andy Wimmer

Verantwortlicher

Andy Wimmer

Mittelfristig Bau eines behindertengerechten Heimes.

Projektpatenschaft Kalkutta Andy Wimmer Jungs aktuell
Projektpatenschaft Kalkutta Andy Wimmer Jungs aktuell

Der Verein „Kinder der Dritten Welt e.V.“  hat sich entschlossen, Andy Wimmer bei seiner Arbeit, den Armen und behinderten in Kalkutta zu helfen. Sein Lebenslauf klingt unglaublich.

Mein Name ist Andy Wimmer, 1954 in den bayerischen Bergen (Lenggries) geboren, sollte also eigentlich schon an den “Vorruhestand” denken!! Aufgewachsen in einer behüteten Familie (was ja heutzutage oft nicht als so selbstverständlich ist!). Nach der mittleren Reife absolvierte ich eine Banklehre und arbeitete bis 1982 im Rechenzentrum einer Großbank – als Operator, zuletzt dann als Schichtleiter.

Immer schon hatte ich einen Drang „hinaus in die Welt“, andere Kulturen kennenlernen und zu staunen. So gab ich 1982 meinen gut bezahlten Job auf, um mit dem Rucksack durch Asien zu reisen.

Auf meiner langen Reise kam ich 1983 bei einem Zwischenstopp in Kalkutta an; dort kam ich in Kontakt mit dem Werk  Mutter Teresas,  ihrer Arbeit für die Ärmsten der Armen. War es wirklich ein Zufall???

Was gab den Entschluß zu bleiben?

Ich war fasziniert und betroffen. Ich beschloss dort zu bleiben und mitzuhelfen – in ihrem berühmten Sterbehaus; einem Heim für todkranke und sterbende Obdachlose. Es war eine unglaubliche Erfahrung! Es ließ mich nicht mehr los – es schien, als hätte ich „meinen Platz gefunden“! Die Armen werden oft in einem schlimmen Zustand aus der Gosse gezogen oder auf den Bahnhöfen aufgesammelt; kein Hospital der Stadt nimmt sie auf, da sie ja gar nichts besitzen. Dazu haben sie oft entsetzliche Wunden – abfaulende Gliedmaßen sind leider keine Seltenheit.

Es war einfach befriedigend, diesen Menschen beizustehen,  mitzutragen an der Last ihrer Bürde. Ich habe dort 14 Jahre meines Lebens verbringen dürfen, habe bei dieser gesegneten Arbeit mitgeholfen und es hat mein Leben total verändert. Ich hatte des Öfteren die Gelegenheit, Mutter Teresa zu treffen, und war tief beeindruckt von der einfachen, demütigenden Haltung dieser kleinen, großen Frau und ihrer starken Ausstrahlung; diese Begegnungen sind kostbare Erinnerung, die mir keiner mehr nehmen kann!

Jahrelang hatte ich die Absicht, eines Tages etwas EIGENES aufzubauen, mich noch intensiver um die Behinderten zu kümmern – Menschen die niemand mehr haben wollte – aber ich hatte auch Angst davor, diesen Schritt zu tun. Im Januar 2004 wurde es konkret – ich nenne es einen „Ruf in der Berufung“.

Die Entscheidung zu bleiben und selbst tätig zu werden

Am 03. Januar 2004 wurde ein junger Spastiker eingeliefert – krank, verängstigt, abgelegt am Bahnhof, wo er aufgelesen wurde – praktisch „entsorgt“ wie menschlicher Abfall! Er war nicht einmal in der Lage, Wasser zu schlucken und konnte kaum noch gehen…Die Nonnen haben ihn wieder aufgepäppelt – und plötzlich wusste ich, dass ich mit ihm leben wollte, für ihn da sein wollte, mich um ihn sorgen – es klingt wie eine Liebeserklärung! Eine Liebeserklärung an einen (Verzeihung) sabbernden, lallenden indischen Krüppel. Ich nenne ihn DEBASHISH. Das bedeutet „der Segen Gottes“. Plötzlich war alle Angst, alle Bedenken verflogen und ich tat diesen für mich großen Schritt. Die Zeit war halt einfach reif – schätze ich!

Viele Patienten, denen man im Sterbehaus aufgeholfen hat, gehen wieder zurück auf die Straße, da die Heime total überfüllt sind, und jeden Tag werden neue “Menschenbündel” angeliefert. Ich wollte DAS meinen zukünftigen Jungs ersparen – sie sollten NIE mehr ohne Dach über dem Kopf “leben”, ohne regelmäßiges Essen, medizinische Behandlung und vor allem ohne menschliche Wärme und Zuneigung.

Ich zog in eine große, alte und billige Erdgeschoßwohnung am Stadtrand. Am 01. Juni nahm ich die ersten beiden Jungen auf: meine „Inspiration“ DEBASHISH, dazu einen 13jährigen Buben, taubstumm und geistig sehr zurückgeblieben, den man nackt und sterbend vom Hauptbahnhof aufgelesen hatte. Die Nonnen retteten diesem Skelett das Leben und päppelten ihn wieder auf.

Kurze Zeit später kamen noch 2 weitere Buben zu mir, auch ehemalige Patienten des Sterbehauses. Ich habe einen Helfer eingestellt, dazu eine Köchin, die mich unterstützt in der Arbeit.  Ich ging immer noch regelmäßig nachmittags ins Sterbehaus, um dort mitzuhelfen, oft trotz extremer Hitze, ich brauchte das, um “meine Batterien aufzuladen”.

Die Zukunft

Später dann, als es NOCH mehr Jungs wurden, musste ich diese Nachmittagsarbeit sein lassen, so weh es auch tat – meine Jungs brauchten mich einfach mehr!!! Ich hab sie unterrichtet und sie beschäftigt –  einige wussten nicht mal WIE man spielt!!!

Ja, und mittlerweile sind wir 13 Jahre hier – habe mir in unserer einfachen Wohnanlage noch ein paar Räume dazu angemietet, und betreue jetzt 10 behinderte Jungs – ich wollte immer eine große “Familie” haben!

Wir haben die Burschen teilweise in die Schule geschickt, aber jetzt sind sie alle schon über 18 und besuchen Kurse, lernen dort z.B. Papiertüten machen – und wir haben schon viele dieser schönen Geschenk-Tüten nach Italien und Deutschland verkauft. 3 Jungs haben sogar schon Arbeit gefunden und beziehen ein kleines Gehalt!

Den unglaublichen Fortschritt, den die Jungs gemacht haben,  das aufgeweckte Lachen „meiner“ Buben zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass meine Entscheidung die Richtige war. Es gibt mir große Befriedigung, meine Hand schützend über sie zu halten, sie zu begleiten und ihren Werdegang zu verfolgen.

Finanziert wird das alles aus Spenden  und Zuwendungen von meinen Freunden weltweit – Hauptsponsor ist eine Gruppe in München, “Licht für Kalkutta e.V.”, die sehr viel von unseren monatlichen Kosten übernehmen – aber es gibt sooo viel zu tun – wir brauchen in Zukunft auch ein eigenes, bescheidenes Fahrzeug, und wollen eine Lehrkraft engagieren, die eine Spezialausbildung für Behinderte gemacht hat.

Die Not ist überall präsent – und so helfe ich auch noch etlichen Armen, ihre Last zu tragen. Da ist z.B. eine arme Familie, deren leicht behinderter Bub Medikamente braucht, die fast ¼ des monatlichen Salärs des Vaters (Schulbus-Fahrer) ausmachen. Auch habe ich einen jungen, alleinerziehenden Vater kennengelernt, der große Probleme mit den Augen hat – er droht fast zu erblinden. An Arbeit ist momentan nicht zu denken – ich habe mich bereiterklärt, die Schulausbildung seines 7-jährigen Sohnes zu übernehmen (monatlich 40 Euro), dass ihm wenigstens das keine Sorgen macht…

Wo immer Not sichtbar ist, versuche ich zu helfen, weiß aber auch um meine eigene Unzulänglichkeit – was ich versuche, ist nur  ein Tropfen im Meer. So möchte ich halt, in der zunehmend irrsinnigen Welt, ein kleines Zeichen setzen, einen Hoffnungsstrahl – denn  “ selbst eine winzige Flamme kann etwas Licht ins Dunkel bringen”… (so Mutter Teresa)

So hoffen und beten wir, dass wir auch in Zukunft unsere kleine Vision umsetzen können,  inspiriert vom leuchtenden Beispiel dieser kleinen Frau, unserer verehrten Mutter Teresa.

Andy Wimmer, im Dezember 2015

Wen das Projekt anspricht, kann gerne eine freiwillige zweckgebundene Spende leisten

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