Hilfe für kranke Kinder

Vielen kranken und behinderten Kindern konnten wir in der Vergangenheit helfen. Im Folgenden wollen wir einige von ihnen vorstellen.

 

Borim aus Shilong

Borim half seinem Vater bei der Zuckerrohrernte und geriet mit dem rechten Arm in die Presse. Beim Versuch, sich mit der linken Hand zu befreien, geriet auch diese ins Mahlwerk. Beide Arme wurden bis auf einen Stumpf abgetrennt. Durch beispiellose Hilfe der Bildzeitung (Bild hilft), dem weltgrößten Hersteller von Prothesen (Fa.Otto Bock), Herr Helmut Spiess aus Taufers im Münstertal (Italien, Frau Petra Theiner aus Prad a.STJ und dem Verein zur Hilfe für Kinder der Dritten Welt konnten ihm Prothesen besorgt werden.

Roy aus Shilong

Roy wurde ohne Arme geboren und wuchs in einem Behindertenheim auf. Zusammen mit Borim gelang es uns, ihm Armprothesen zu verschaffen. Das Essen nimmt er flink mit dem rechten Fuß ein.

Rosina aus Shilong

Als Rosina am Abend Schularbeiten mit dem Licht einer Kerosinlampe machen wollte, fingen ihre Kleider Feuer. Sie erlitt Verbrennungen zu 60%. Die Arme und der Unterleib wurden am stärksten betroffen. Wir starteten ein Hilfsprogramm und konnten das Mädchen nach Nepal zu einem deutschen Hautspezialisten bringen, der mehrere Hauttransplantationen durchführte. Sie konnte wieder einigermaßen hergestellt werden. Mittlerweile hat sie geheiratet und ist Mutter eines Mädchens.

Lokhi aus Kalkutta

Das Mädchen Lokhi litt an einer schweren Störung der Lungenmuskulatur. Ihr konnte nur durch ein Spezialkorsett geholfen werden um sie vor der Erstickung zu retten. Fth. Josef erfuhr von Spezialisten, dass dieses Korsett nur in Amerika zu beschaffen sei. Wir konnten dem Mädchen helfen. Da sie sich nur sehr schwer bewegen konnte, engagierten wir einen Rikschafahrer, der sie täglich zur Schule und zurückbrachte.

Anita aus Kalkutta

Ein sehr trauriger Fall. Anita lebte im Slum „Brücke Nr. 3″ in einem Verschlag aus einer Plastikplane. Als Petra dort mit Fth. Josef einen Besuch machte, kam ein kleiner Junge und sagte: “ Aunty, komm mit, ich muss Dir was zeigen „. Als Petra eintrat, gerann ihr fast das Blut in den Adern. Sie fand ein junges Mädchen vor, deren beide Beine abgetrennt waren. Die Stümpfe waren schon schwarz und sie war dem Tod sehr nah. Wir erfuhren, dass  Rosina nach dem Unfall in ein Krankenhaus gebracht wurde – wo sie jedoch nur notdürftig versorgt wurde. Zu dem Unfall kam es, als sie ihre Notdurft verrichten wollte und sich auf ein Bahngleis setzte. Der Zug war schneller. Nach dem Krankenhausaufenthalt besorgten wir ihr zuerst provisorische Beine, sie lernte damit laufen. Mit Hilfe der Firma Bock  (Hersteller von Prothesen) konnten wir sehr gute Prothesen kaufen. Wie wir ermittelten, hat sie eine sehr böse Schwiegermutter, die ihr das Leben zur Hölle machte. Sie hat auch eine kleine Tochter. So erscheint der „Unfall“ fragwürdig. Damit sie von dem Elend wegkam, kauften wir ihr ein kleines Häuschen, ließen es behindertengerecht herrichten. Monika, Petra und ich besuchten sie des Öfteren. Es war eine große Freude zu sehen, dass sie wieder lachen konnte.

Rajani aus Kalkutta

Bei einem Kinderfest bei Nitika sah Fth. Myppan ein Mädchen, das sie die ihr gereichten Speisen hinter dem Rücken versteckte. Er fragte ihre Schwester, was das soll? Sie erklärte, dass Rajani nicht sprechen und richtig essen kann. Sie sei als Baby vom Tisch gefallen und habe sich schwer verletzt. Nur mit Mühe könne sie trinken. Wir stellten sie Ärzten vor und diese sagten zu, das Mädchen zu operieren. Dies geschah dann auch. Während dieser Zeit befanden sich Torsten Schlotter, Helmut Spiess, Petra Theiner und ich auf Besichtigungstour durch unsere Projekte. Bei unserer Rückkehr nach Kalkutta war Rajani gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ihr erstes Wort an uns war: „Danke“.

Kudomo aus Cheshire in Namibia

Der Junge Kudomo lebt in einem Behindertenheim im Norden. Schwerstbehindert kam er zur Welt. Durch eine Muskelerkrankung ist es ihm nicht möglich zu laufen und andere Verrichtungen mit den Händen zu tätigen. So ist er täglich darauf angewiesen gewesen, durch andere behinderte Kinder in einem Rollstuhl zur Schule gefahren zu werden. Als wir mit einer Gruppe das Projekt besuchten, entschlossen wir uns, dem Jungen zu helfen. Wir konnten einen elektrischen Rollstuhl besorgen. Dieser musste aus Südafrika eingeführt werden. Die Freude war riesengroß und sofort fuhr er nun ganz allen zur Schule und im Bereich des Heimes herum.

Mattheus Livingi aus dem Projekt Cheshire – Namibia

Der Junge Mattheus kam ohne Beine und ohne den linken Unterarm zur Welt. Er lebt im Behindertenheim in Cheshiere. Wir befragten den Spezielisten Herrn Prof. Hendrich aus der Orth.Klinik in Werneck. Als er die Bilder sah, beschloß er spontan, den Jungen auf seine Kosten nach Deutschland bringen zu lassen und ihm zu einem Unterarm zu verhelfen. Wegen der fehlenden Beine fragte ich bei einem mir persönlich bekannten österreichischen Professor in Bregenz an. Nach Studim der Röntgenbilder mußte er ein abschlägiges Urteil bilden. Die Stümpfe waren zu kurz um eine Prothese anzubringen.Nun muß man sich vorstellen, was der Junge für einen Eindruck gehabt hat als er zum ersten Mal in einem Flugzeug saß und die Ankunft in Frankfurt erlebte. Er bekam im Krankenhaus ein großes Einzelzimmer. Herr Oliver Traub paßte ihm eine Prothese in Rekordzeit an (normal drei bis 4 Wochen, bei dem Jungen 4 Tage).Diese hatte einen Wert von über 10.000 €. Den gesamten Aufenthalt und den Flug stiftete Herr Prof. Hendrich. Nun kann er durch Muskeltraining die linke Hand bewegen, ein enormer Vorteil für ihn. Wir erfüllten ihm eine Riesenfreude, den er liebte die Spieler von Bayern München. Ich rief bei Herrn Rummenige an und dieser stiftete ihm ein Andenken des Vereins und einen Schal. So war Mattheus sprachlos, als wir ihn an einem Samstag zum Heimspiel gegen Hertha BSC fuhren. Ich glaube, er wird den Aufenthalt hier in Deutschland nie vergessen.